Letzte Aktualisierung: 14 Jan 2017

Purple Hills

Schon seit einiger Zeit bewegte sich der Trail auf der Grenze der Glen Canyon National Recreation Area, jetzt sind wir ein ganzes Stück in dieses geschützte Gebiet vorgedrungen. Das ist nicht illegal, solange man sich an die existierenden Trails hält. So, wie die Oberfläche der Landschaft hier aussieht, wäre ein Vorankommen abseits auch nahezu ausgeschlossen.

Dort, wo der Trail den Moody Creek Wash verlässt, liegt ein Startpunkt, um den Neon Canyon mit der Golden Cathedral zu erreichen. Die Tour, auf der erhebliche Höhenunterschiede zu überwinden sind, misst um die 9 Meilen one way, gestaltet sich damit wesentlich länger als die Route vom Allen Dump durch den Fence Canyon. Dafür finden sich auf dieser Route weitere Canyonabschnitte, die Slots sind.

Fourmile Bench
Wir befinden uns auf der Fourmile Bench, schauen nach Westen auf die Circle Cliffs.

Der Wingate Sandstone der hohen, senkrechten Cliffs erscheint hier wesentlich heller als jener, der um Moab vorkommt. Um uns herum hat er eine orangefarbene Tönung, dafür kommen die Schrägen der darunter liegenden Chinle-Schichten purpurfarben daher.

Nun können wir auch wieder mal nach Norden schauen, um nach dem Schlechtwettergebiet Ausschau zu halten, was unten im Creek nur sehr eingeschränkt möglich war. Was wir da oben sehen, gefällt uns nicht!

Circle Cliffs
Immer neue dunkle Wolken kommen von Westen herein, wir können Blitze und Regenfälle sehen.

Entlang der Circle Cliffs im Westen können wir ca. 6-7 Meilen nach Norden sehen. An der äussersten für uns erkennbaren Clifflinie regnet es offenbar kräftig. Hier oben sind wir zwar weitgehend vor Wasser sicher, aber zurück geht es nur durch den engen Kanal des Moody Creeks. Keine berauschenden Aussichten. Wir bleiben erst mal im Süden, müssen ggf. hier draussen übernachten.

Südöstlich unseres Standorts liegen die Purple Hills. Wir wollen wissen, was es dort zu sehen gibt!

Purple Hills Trail
Purple Hills Trail.

Nach knapp dreienhalb Meilen gabelt sich der Trail. Wir entscheiden uns für die rechte Spur, die über einen niedrigen Hügelkamm zieht.

Purple Hills
Purple Hills
Purple Hills

Die farbigen Chinle-Vorkommen erstrecken sich über eine grössere Distanz nach Osten. Im Süden, hinter den Hügel, blicken wir inein weites Tal, den Middle Moody Canyon.

Prospects hat es offenbar auch hier gegeben, denn wir entdecken einen Claim-Cairn.

Purple Hills: Claim Cairn
Claim Cairn

Wie weit nach Süden unsere Spur wohl geht? Jedenfalls wird sie schlechter. Wir gelangen auf eine Felsplatte am Nordrand des rund 10-15 Meter tief eingegrabenen Creeks. Die Wände des Grabens sind sehr steil. Offenbar hat der Wash auch hier eine harte, schützende Deckschicht durchbrochen, um sich danach fast ungehindert tiefer eingraben zu können.

Middle Moody Creek
Middle Moody Creek - gegenüber im Hang scheint sich eine aufgegebene Mining Site zu befinden.

Es soll der südlichste Punkt unseres heutigen Trips werden. Ich steige aus, laufe bis an den Rand des Cliffs hinunter zum Wash. Der helle Sandstein unter den Füssen stellt sich als extrem rauh dar. Hier zu stürzen könnte sehr schmerzhaft sein.

Middle Moody Creek
Middle Moody Creek
Juniper
Lady widmet sich in der Zwischenzeit mal wieder den Details.

Zurück gehts zur Wegegabelung und von dort noch einmal weiter nach Osten. Das hat seinen Grund, der Himmel nördlich von uns hat seine Schleusen geöffnet. Wenn eine Flash Flood entsteht, wird sie den Moody Creek herunterkommen und uns den Weg abschneiden.

Der Trail, mit dessen Hilfe wir zum Rand des Middle Moody Creeks gelangten, fehlt auf den USGS-Topomaps, ist dafür in DeLorme Topo USA eingetragen. Wahrscheinlich ist er relativ neu, kann sich daher nicht in dem 25-30 Jahre alten amtlichen Topos finden. Und dann gibt es da in den DeLorme-Daten noch einen Trail, der unser Problem mit dem Moody Creek lösen würde.

Er soll weiter oben auf der Fourmile Bench verlaufen und sich erst dort dem Creek nähern, wo dieser durch flacheres Gelände fliesst. Wir müssten auch nicht im Creek selbst fahren, sondern ihn nur einmal queren. Also sehr viel weniger Risiko!

Zuerst gibt es aber noch ein paar Bilder der namensgebenden farbigen Sedimente:

Purple Hills
Purple Hills

Laut Karten soll die Spur an einer Mesa enden, auf der ein "Deer Point" als Landmark verzeichnet ist. Vermutlich ein hervorragender Aussichtspunkt über das Gebiet der Waterpocket Fold bis hin zu den Henry Mountains - wenn man es denn nach oben schafft! Der im Grundriss hakenförmige Block ist möglicherweise an allen Seiten von Steilwänden umgeben.

Bevor wir aber an diese Mesa gelangen, soll bei 12S 0499715, 4169150 besagter, nur auf den DeLorme-Mpas verzeichnete Trail abzweigen.

Deer Point Mesa
Deer Point Mesa

Die Spur endet hier am Fuss der Mesa ziemlich exakt dort, wo es die USGS-Maps vorhersagen. Von einem Abzweig hatten wir unterwegs nichts bemerkt. Der Kartencheck ergibt, dass sie ca. 1 Meile zurück gelegen haben müsste.

Wir finden nichts! Offenbar sind wir erneut einer jener "Geisterstrassen" aufgesessen, von denen es in Topo USA viele gibt. Ohne das Einbinden der - relativ teuren - Original USGS-Topomaps kann man sich auf das Programm jenseits der grossen Wege nicht verlassen - mit eingebundenen Topomaps ist es wohl das Beste, was man auf einem mitgeführten Rechner haben kann.

Was tun? Wir fahren zurück zum Moody Creek. Im Norden scheint der Regen weniger geworden zu sein, aber was ist mit dem Wasser, das vor einiger Zeit aus den Wolken fiel. Eine überschlägige Berechnung ergibt - es müsste in der nächsten Zeit dort ankommen, wo der Weg in den Wash hineinführt.

Anhalten, Warten! Eine Art Lunch-Break um 6 p.m.. Wir warten noch eine halbe Stunde. Der Wash bleibt trocken. Gemeinsam entscheiden wir, es zu versuchen. Irgendwie bleibt trotz allem eine gewisse Anspannung, Beklemmung! Ich fahre im Wash so schnell, wie es gerade noch zu verantworten ist.

Nach wenigen Minuten ist alles vorbei! Der Weg zieht wieder aus dem Creek heraus. Kurz danach stellen wir fest, dass die gefallene Regenmenge offensichtlich vom trockenen Boden vollständig absorbiert worden war. Kein Oberflächenabfluss!

Jetzt wollen wir nur noch im Hellen heraus. Auch das gelingt. Bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir die UT 24.