Lone Tree Wedge

Wir kommen vom Blue Flat, sind weiter nach Süden gefahren. Bei 12S 0485090 4285470, kurz vor dem Willow Spring Wash biegen wir in östliche Richtung ab. Nach knapp zwei Meilen führt die Hauptroad - Emery County Road 923 - nach Norden in Richtung Lone Tree Crossing, einer kleinen Brücke über den Muddy Creek. Dort ist die vorherrschende Farbe der Landschaft Rot, ganz im Gegensatz zum Blue Flat. Dabei liegen gerade mal 3 Meilen Luftlinie und 100 Höhenmeter dazwischen. Durch letzteres werden tiefer liegende Gesteinsschichten in dar anderen Farbe freigelegt.

Wir halten uns bei 12S 0487750 4285730 weiter geradeaus nach Osten. Würden wir die USGS Topomaps studieren, müssten wir annehmen, nach nur knapp einer halben Meile auf das Sand Rock Reservoir zu treffen, wo die Spur enden sollte.

Die Spur führt weiter nach Osten, ist auf den Karten nicht mehr verzeichnet. So etwas ist uns hier in diesem Grossraum schon öfters passiert. Wir werden den Umstand aber erst bemerken, als wir unseren GPS-Tracklog in die Kartensoftware übertragen. Man muss aber immer bedenken, dass das Kartenmaterial mindestens 30 Jahre alt ist.

Grössere Photos 1200 Px
nahe des Wilow Springs Wash
Nahe des Punktes, an dem wir uns nach Osten wenden. (Wllow Springs Wash)

Besonders spannend zeigt sich die Landschaft hier nicht, es ist ein Fahrstück mit ein paar Ausblicken nach Süden hin.

East Cedar Mountain
East Cedar Mountain, um die 13 Km Luftlinie entfernt

Die Ebene im Bild wird Mussentuchit Flat genannt. Woher der Name stammt ist unklar, ausgesprochen wird die Bezeichnung wie "mustn't touch it", also eine Art Berührungsverbot.

Hier begegnet man wie auch an anderen Stellen westlich der Swell vulkanischen Aktivitäten. Die beiden Hügel sind Reste kleiner Vulkanschlote, im Cedar Mountain finden sich weitere davon sowie sog. "Sills", Schichten aus Basalt, wo Lava horizontal zwischen die Sedimentlagen eindrang. Diese Bänder sind zumeist dunkelgrau bis schwarz und oft wie senkrecht gestreift. Auck auf "Dikes" stösst man, senkrecht stehenden vulkanischen Mauern, wie sie ausgeprägt am Shiprock in New Mexico zu finden sind. Hier lässt ein solcher Dike den Carlyle Wash sozusagen abprallen, leitet ihn seitwärts ab.

Mussentuchit Flat
Weit geht die Blick nach Süden bis zur Factory Butte

Glauben Sie nicht? Stimmt aber - nur es ist nicht die bekannte Factory Butte zwischen Hanksville und Caineville, sondern eine Butte mit dem gleichen Namen, die 10 Meilen östlich des Cathedral Valleys bzw, gute 4,5 Meilen nördlich der Temples of Sun and Moon liegt.

Die Cliffs in Bildmitte gehören zu einer den Fishlake Mountains vorgelagerten Clifflinie. Schön sieht man den sanften Anstieg der Schichten nach Osten (links), der viel sanfter erfolgt als an der Ostseite der Swell.

Auf der guten Gravelroad rechts gelangt man vorbei am Red Point in Richtung Cathedral Valley, aber wir wollen nach dieser Photopause weiter nach Osten.

Ladys Photopause
Die Kamera ist immer schussbereit dabei
Willow Springs Wash
Willow Springs Wash

Vom Willow Springs Wash werden wir noch eindruckvollere Bilder bekommen - das wissen wir jetzt aber noch nicht. Erst mal steht uns eine fahrerische Prüfung bevor. Hier haben wir keine Gravelroad mehr unter den Rädern, sondern einen Trail. Meistens relativ einfach zu fahren, bis wir an ca. 12S 0490710 4284910 kommen. Der Trail führt hinunter in einen kleinen Wash. Höhenmässig vielleicht 10 Meter, aber steil und sandig sowie mit einer engen Kurve gespickt.

Lady hat Bedenken! Kommen wir da auf dem Rückweg auch wieder hinauf? Ich glaube fest daran, denn der Jeep Wrangler ist "a class of it's own".

Auf der anderen Seite des Washs startet der Aufstieg auf Lone Tree Wedge, einer leicht nach Osten ansteigenden Platte, wie man es ähnlich oben im Photo mit der Factory Butte erkennen kann.

Hebes Mountain und East Cedar Mountain
Am Beginn des Gefällestücks halten wir an. Rechts Hebes Mountain, dahinter East Cedar Mountain

Links von Hebes Mountain erkennt man wieder einen der für diese Gegend typischen Vulkanschlote. Bei der dunklen Deckschicht handelt es sich um solch einen Sill, die weiter oben erwähnt wurden. Aufgrund ihrer Härte verlangsamt sich hier erst einmal die Erosion.

Eine Vierteilmeile hinter dem etwas fordernden Wash finden wir bei 12S 0491090 4284990 einen nach Norden ziehenden schwachen Trail. Möglicherweise muss man somit auf dem Rückweg nicht zwingend diese enge, steile und sandige Steigung hinauf. (Wir haben es allerdings nicht getestet!)

Nochmal eineinviertel Meilen bis zu einem Wegedreieck bei 12S 0492736 4284862. Links von uns erkennen wir eine Schlucht, biegen dorthin ab und erreichen den Rand nach kaum mehr als einer Zehntel Meile bei 12S 0492751 4285033. Wir stehen über dem Muddy Creek, dort wo er beginnt, sich in die Swell hineinzufressen.

Schlucht des Muddy Creek
Canyon des Muddy Creek. Man steht fast 150 Meter über dem Talboden. Blick nach Osten.

Nachdem der aus den Fishlake Mountains kommende Muddy Creek beim Lone Tree Crossing ca. 5 Meilen weiter nordwestlich die Linie der tiefsten Punkte zwischen dem Gebirge im Westen und der San Rafael Swell überschreitet, hat er nur wenig an Höhe verloren, aber die Oberfläche der Landschaft ist ca. 80 Meter angestiegen. Eine gute Meile weiter werden es schon weitere 100 Meter sein. Das Flüsschen tritt als hier ins Gebirge der Swell ein, wird sie ebenso wie Price River ganz im Norden und San Rafael River in der Mitte durchschneiden. Ein sicheres Indiz dafür, dass die Flüsse schon existierten, bevor die Aufwölbung begann.

Muddy Creek Canyon
Vom selben Standort nach Nordwesten. Anstieg der Gesteinsschichten nach Osten (rechts)

Der Blick nach Nordwesten in Richtung Lone Tree Crossing zeigt die Senke zwischen Gebirge und Swell deutlich. Schräg gegenüber mündet in einem engen, steilen Canyon Poncho Wash, dessen oberen, flachen Lauf man als Zufahrt zum Horizon Arch auf The Dike nutzen kann.

Muddy Creek Canyon
Vorsicht am Rand der Schlucht - das Gestein ist oft ziemlich mürbe.

Auch hier blüht es Anfang Mai. Die Pflanzen unterscheiden sich von denen auf Blue Flat.

Newberry's Twinpod
Newberry's Twinpod (Phisaria newberryi) - eine Senfart
Sclerocactus
Eine Sclerocactus-Art

Sclerocactus parviflorus wäre zwar typisch für die Gegend, die Pflanze im Bild zeigt allerdings gelbe Stempel. Normalerweise sollte dieser bei parviflorus rötlich oder pink sein. Es ist gut möglich, dass eine andere Art oder Hybride vorliegt. Wir sind nicht so sehr die botanischen Spezialisten.Weitere Aufnahmen in unterschiedlichen Blütenstadien:

Slcerocactus Lone Tree Wedge
Slcerocactus Lone Tree Wedge
Slcerocactus Lone Tree Wedge
Sclerokakteen in unterschiedlichen Blütenzuständen

Die nächste Pflanze konnten wir bis dato nicht identifizieren:

Parsley? Lone Tree Wedge
Eine andere art von Parsley?

Wir fahren zurück zur Hauptspur, biegen links ab. Noch etwas mehr als eine Meile führt die Spur, endet noch einmal knapp 100 Meter höher und damit ca. 250 Meter über dem Talboden auf der Südspitze der Lone Tree Wedge.

Einen offiziellen Namen trägt der Punkt nicht. Wir haben ihn Willow Springs Wash Overlook getauft.