Letzte Aktualisierung: 14 Jan 2017

Monsoon

Wir wollen in den Lavender Canyon, der zum Teil im Needles District des Canyonlands National Parks liegt. Im Visitor Center erfahren wir, dass es keine Garantie gibt, den Canyon zu erreichen, weil es in der letzten Zeit starke Niederschläge gegeben hatte. Das war uns nicht unbekannt, wir wollen trotzdem ein Permit.

Wir machen uns auf den Weg, der zuerst in den Unterlauf des Davis Canyons führt. Dort sehen wir die ersten Regenschäden. Zwei Fahrzeuge, die offenbar gewerblich unterwegs sind, haben an einer Geländestufe ziemlich zu kämpfen um das Hindernis zu bewältigen. Die Natur ist allerdings nicht an allem Schuld...

Grössere Photos 1200 Px
Trail zum Davis Canyon
Gate auf dem Weg zum Davis Canyon.

Das Wetter ist nicht schlecht, was unserem eigentlichen Wunsch nach Photos aus dem Lavender Canyon entgegen kommt. Bei der fortgeschrittenen Uhrzeit - gegen 4 p.m. - sollten kontrastreiche Aufnahmen möglich sein. Zwar haben wir schon eine Reihe Aufnahmen, die sind allerdings vor Jahren noch analog aufgenommen worden.

Der Wash des Davis Canyons kommt ziemlich feucht daher, auf der Verbindungsstrecke zum Lavender Canyon stehen tiefe Pools, auch Ausspülungen sind zu sehen.

Trail zwischen Davis und Lavender Canyon
Trail zwischen Davis und Lavender Canyon.

Am Südufer des Indian Creeks führt uns die Strecke entlang. Die Ripple Marks auf dem Weg zeigen, dass hier noch vor nicht allzu langer Zeit Wasser floss. Inzwischen ist es abgetrocknet, nur gelegentlich etwas matschig. Wir wissen aus Erfahrung von einem kritischen Punkt. Sollte der passierbar sein, dürfte es wahrscheinlich keine weiteren Hindernisse geben.

Leider macht uns eine Gewitterfront, die von Südwesten über den Horizont kriecht, einen Strich durch die Rechnung. Wir hören es - erst noch weit entfernt - donnern. Was tun?

Aufgrund der Lage der Zufahrt zum Lavender Canyon beschliessen wir umzukehren. Zu leicht könnte uns der Rückweg abgeschnitten werden, da die alte Zufahrt in Richtung Cottonwood Canyon längst nicht mehr befahrbar ist. (Dort müsste man zwar auch durch den Indian Creek, aber das wäre eine gut ausgebaute Furt.)

Der Rückweg bis auf den Teer der UT 211 wird sowieso noch fast eine Dreiviertelstunde dauern und wir hoffen, dass das Gewitter nicht allzu schnell zieht.

Gewitter über einem der Sixshooter
Da kommt was auf uns zu.

Auf der Rückfahrt gehe ich weniger rücksichtsvoll mit unserem Jeep um, es muss schnell gehen! Einige der Wasserlöcher bringen genug Schlamm mit sich um für jedermann sichtbar zu machen dass wir uns im Matsch rumgetrieben haben.

Schlamm am Jeep
"Prince" ist wieder mal ziemlich dreckig.

Kurz erzählt - wir schaffen es noch vor dem Gewitter auf festen Untergrund. Später erfahren wir, dass unsere Flucht gerechtfertigt war. Einige Strecken in der Gegend sind auf Wochen hinaus unpassierbar. Da wir 2 Tage später unsere Zelte in Moab abbrechen bekommen wir diese Meldung erst in Deutschland.

Gewitter über Davis Canyon
Das wird heftig!

Eines machen wir noch: Wir sagen den Rangern Bescheid, dass wir wieder heil draussen sind, aber noch andere Fahrzeuge gesehen hatten. "Das sind Leute von uns!" Na hoffentlich kamen die gut raus.