Hidden treasure - hard work!
Nördlich von Moab, dort wo das Canyonlands Air Field liegt, scheint die Landschaft den Reiz der Red Rock Country zu verlieren. Grau in allen Schattierungen dominiert. So bleibt es offenbar bis über die I 70 hinaus.
Westlich des Airports zieht eine öde, nicht allzu hohe Hügelkette nach Norden. Die Blue Hills. Abweisend und unattraktiv! Trotz dieses ersten Anscheins lohnt es sich, die Gegend einmal näher in Augenschein zu nehmen.
Den besten Ansatzpunkt stellt die Blue Hills Road dar, die rund eine Meile südlich des Airports bei 12S 0609700, 4289422 nach Westen von der US 191 abzweigt. Eine zumeist sehr gute Dirt Road, die allerdings wegen des Mancos Shales, über den sie läuft, bei Nässe mehr oder weniger unpassierbar ist. Sie umgeht den Flughafen im Süden und Westen, läuft dann nach Norden bis zu einer Ranch Exit der I 70, sechseinhalb Meilen westlich von Crescent Junction.
Knapp 2 Meilen westlich der grossen Strasse überquert eine Hochspannungsleitung die Blue Hills Road. Ein wichtiger Orientierungpunkt!
Kurz danach, bei 12S 06060700, 4288916 zweigt eine Spur nach links ab. Das ist unser Weg! Er steuert in erster Näherung auf einen Einschnitt in den grauen Hügeln zu, lässt schon von hier roten Fels erahnen. Richtig - hier gibt es mehr als graue Einöde zu erkunden. Wir fahren nun nach SSW.

Nach einer dreiviertel Meile könnten wir nach rechts in Richtung Bartlett Wash abzweigen, von dort eine Abstecher in den Hidden Canyon unternehmen und eine Wunderwelt aus lachsfarbenem, gerundeten Entrada Sandstone entdecken. Für Bartlett Wash genügt normalerweise ein Fahrzeug mit HC, obwohl manche Abschnitte ziemlich sandig sind. Hidden Canyon - der Höhepunkt! - erfordert je nach Route 4WD.
Heute wollen wir diese Dinge von oben betrachten: Hidden Canyon Overlook, Mean Hill, 3D-Trail genannt - je nach Quelle! Wir fahren daher an der genannten Stelle geradeaus!
Der Trail führt nach Süden um schnell wieder in die vorheriger Richtung umzuschwenken. Nach weiteren 0,35 Meilen - bei 12S 0605160, 4286719 müssen wir uns erneut entscheiden. Geradeaus gelangen wir ebenfalls in den Hidden Canyon, nach rechts kommen wir zu Overlook. Wir wählen die rechts abgehende Spur.
Die Blue Hills zeigen sich hier von ihrer schroffen, abweisenden Seite. Einige Spuren gehen ab, wir erwischen auch eine falsche! GPS zusammen mit guten Karten ist hier hilfreich! Wichtig! Wir müssen eigentlich immer die Spuren nehmen, die sich links halten!

Langsam steigt der Trail an. Er ist stellenweise eng, nicht immer zweifelsfrei zu erkennen. Deutlich zu sehen - man bewegt sich auf dem harten, weissen Curtis Sandstone der von den Badland-Strukturen der mehrfarbigen Morrison Formation überragt wird.


Es ist nicht leicht die exakte Route zu beschreiben, da wir zu diesem Zeitpunkt noch keine GPS-Trackingsoftware hatten! Man muss in letzter Konsequenz ungefähr zu 12S 0602582, 4285212 gelangen, steht dann an nördlichen Rand des Hidden Canyons und hat einen tollen Ausblick. Das ist die Mühe des Weges bestimmt wert!



Das Wetter ist unser Freund! Die Wolkendecke reisst auf, Sonne kommt durch! Schon verändert sich auch Hidden Canyon!





Der Platz passt gut für ein Lunch, danach geht es weiter! Es soll noch eine andere Strecke geben, so dass man nicht unbedingt den Weg zurückfahren muss über den man kam! Hidden Canyon Escape Trail genannt - von bösen Zugen als Mean Hill bezeichnet. Teil des 3D-Trails der Easter Jeep Safari. Ob das etwas für unseren Trailblazer ist? Vertrauen habe ich schon in ihn - er hat bewiesen, dass er ein toughes Gerät ist!
Mean Hill in Bildern:









Wie man vielleicht schon im Hintergrund sieht war der Felshang nur die Overtüre. Der Trail steigt noch erheblich stärker an, die knackigen Punkte kommen erst noch.
Zwischendurch gibt es ein paar interessante Felsgebilde zu betrachten:




Das nächste Hindernis ist von anderer Qualität. Eine ca. 1,5 Meter hohe Steinstufe, die zum Glück nicht ganz senkrecht ist. Wäre es so, hätten wir keine Chance. Ehrfurchtgebietend ist die Stelle allemal, aber eine realistische Abschätzung zeigt, es könnte gehen!




Jetzt muss man nur noch die lange Steigung hinauf und oben zwei fiese Steinstufen überwinden, dann hat man Mean Hill hinter sich. Und bei Erfolg die Gewissheit, besser als so mancher Offroader zu sein, der hier mit schwererem Gerät gescheitert ist. Man sollte die Leistungsfähigkeit solcher Fahrzeuge wie einer Chevrolet Trailblazer nicht unterschätzen. Überschätzen sollte man sie allerdings auch nicht!




Hier oben wird es erst einmal ebener, der Weg hat aber kleine Tücken. Steine, Stufen, tiefe Rinnen. Landschaftlich mal wieder von untergeordneter Qualität. Wo führt die Spur hin? Immer wieder Abzweigungen - eine grössere nach links. Vorerst wollen wir geradeaus weiter, rechnen uns aus, so auf die Dubinky Well Road zu treffen! Daraus wird erst mal nichts! Wir treffen auf eine unüberwindliche Kante!

Wir stehen an einem Steilabfall, nicht sehr hoch, vielleicht 30 Meter. Kaum zu Fuss zu bewältigen. Mit dem SUV unter keinen Umständen! Dann bemerken wir die Spur rechts. Sie führt tatsächlich hinab, das ist off limits für uns, da könnte man sich selbst mit einem ATV den Hals brechen! Ein Caterpillar käme vielleicht(?) hoch - aber hinunter?
Gleichgültig wie - das funktioniert nicht! Also zurück zur letzen Abzweigung und die andere Spur nehmen. Wenn das nicht klappt, müssen wir Mean Hill eben wieder runter!
Die zweite Spur erweist sich als durchaus moderat. Wir kommen ganz gut voran. Dubinky Well Road erreichen wir aber noch nicht, wir fahren im Abstand von zweieinhalb Meilen mehr oder weniger parallel zur ihr.
Dann bei 12S 0601575, 4283490 noch einmal eine viel versprechende Spur nach links! Nach gut einer Meile endet der Trail an einem kleinen Platz. Der Ausblick haut uns beinahe um!



Der"offizielle" Overlook kann kaum mit diesem hier konkurrieren, ist aber leichter zu erreichen! Was für ein Ausblick von hier oben!
Langsam geht es dem Abend zu, wir wollen nach Moab zurück. Vom inoffiziellen Overlook aus geht nur die schon bekannte Spur zurück bis zu dem Punkt, an dem wir abgebogen waren. Dort werden wir uns dann geradeaus halten und so hoffentlich Dubinky Well Road erreichen.
Das sieht alles ganz gut aus. Der Weg scheint einfacher zu werden und unser Trailblazer schaltet bei abnehmender Helligkeit schon mal automatisch das Licht an. Brav!
Dann komnmt die Stufe! Sieht erst mal relativ harmlos aus, entpuppt sich aber beim genaueren Hinsehen als tricky!. Ein Fall für zwei! Lady fährt und ich spotte. Frontal von vorn, lotse mit den bekannten Handzeichen. Lady fährt wie immer millimetergenau!



Dann sitzen wir fest. High centered! Der Radstand des Trailblazers ist einfach zu gross. Alos Wagenheber raus und nachhelfen. Das Fahrzeug muss über die Stufe gehoben werden. Mit Hilfe unseres Bordwerkzeugs sollte das kein Problem sein.

Wagenheber unter die hintere linke Stossdämpferbefestigung, Fahrzeug anlupfen. Steinplatte unter das linke Hinterrad legen. Das gibt gerade hinreichend Luft, dass der Rahmen wieder frei kommt.
Ist doch gar nicht so schwierig!