Dewey Cave Home
Dewey, das ist nicht nur die gleichnamige Bridge. Aber dadurch ist es den meisten bekannt. Ursprünglich Kingsferry genannt, weil hier ein Samuel King am einzigen Punkt zwischen Grand Junction und Moab, der eine Flussquerung zulies, eine Fähre betrieb. Schnell entwickelte sich eine kleine Ansiedlung, die später umbenannt wurde.
Gross war die Siedlung nie, wohl mehr ein Mittelpunkt für einige umliegende Ranches. Es gab ein paar Läden, ein Schafschur-Business, später eine Texaco-Tankstelle, die wahrscheinlich noch bis in die 70er Jahre des 20.Jh. in Betrieb war. Das Gebäude steht heute noch neben der UT 128 und eine der Zapfsäulen trägt die nachträglich händisch angebrachte Aufschrift "lead free".
Vor Jahren lohnte es sich, die alte Tankstelle wegen ihres allerdings schon recht verwitterten Murals etwas näher zu betrachten. Ein (vermutlich) Hobbykünstler hat Old Dewey Bridge und die Landschaft auf der Gebäudefront verewigt. Leider hat man inzwischen das Gebäude neu gestrichen und alles weiss überpinselt.

Wenig weiter nach Osten zweigen Spuren von der Teerstrasse nach links ab. Dewey Spring! Ihre Lage kann man von der Strasse her schon ahnen, grosse, alte Cottonwood Trees markieren die Stelle.
Wir haben uns die Sache im August 2009 näher angesehen.
Etwas mehr als eine halbe Meile weiter - die UT 128 verläuft nun entlang eines recht steilen Hangs an ihrer Nordseite - führt eine ganz kurze Spur von vielleicht weniger als 100 Yards direkt zu einem flachen Alkoven in dieser Wand. (12S 0648745, 4297775) Schwalbennester kleben an den überhängenden Felsen und ein Stollen führt auf Höhe einer Gesteinslagen-Trennfuge in den Berg. Eine Mine?


Linkerhand führt eine steinige Schräge den Hang hinauf. Man hätte durchaus eine Chance, mit einem SUV hinaufzufahren, aber wir entscheiden uns zum Laufen. Tatsächlich befinden wir uns wohl auf einem alten Weg.
Sehen können wir vorerst nichts, aber nach wenigen Schritten gelangen wir auf eine Art Plateau, das vielleicht 20-25 Meter über dem Strassenniveau liegt. Nach Süden geht der Blick über den River zu Roberts Mesa und grünes Land, auf dem Alfalfa angebaut wird


Rechts in der Felswand sehen wir 4 stollenartigen Öffnungen, zum Teil durch Hohlblock-Mauerwerk abgestützt. Doch eine Mine?
Was wir hier vor uns haben, war einmal eine Wohnstätte. Ein Cave Home. Vorsichtig betreten wir durch die Öffnungen, die früher wahrscheinlich Fenster und Türen enthielten, einen gewaltig grossen Innenraum.

Beim Betreten erscheint Vorsicht angebracht, denn offenbar brach in der Vergangenheit ein gewaltiges Stück Fels aus der Decke, stürzte zu Boden. Dies, obwohl der Fels durch viele Zuganker gesichert wurde. Es war nicht ausreichend!

Wir sehen uns um. Hat der Felssturz die Bewohner vertrieben? Genauso unmöglich zu sagen wie die Frage zu beantworten, wer hier einmal gelebt hat. Jedenfalls gab es doch einigen Komfort, wie die noch vorhandene elektrische Verkabelung belegt. Offenbar hat man aber beim Verlassen des ungewöhnlichen Bauwerks alles mitgenommen, was entfernbar war. Steckdosen und Schalter wurden jedenfalls demontiert. Ob die Leitungen noch "live" sind? Getestet haben wir es nicht!
Zwischen den beiden (von innen gesehen) rechten Öffnungen finden wir einen Fire Place, wie er sich für ein gutes amerikanisches Home gehört. Eine Ecke des grossen Raums dürfte als Küche genutzt worden sein. Installationsreste weisen darauf hin. Alles wird aber von der schon fast elegant anmutenden, leicht geschwungenen Treppe in der hinteren Wand der Höhle übertroffen. Wo sie hinführt? Mal sehen!




Die grosse Treppe führt ins "Obergeschoss" zu einem weiteren Raum. Bevor dieser erreicht wird, knicht ein kurzer Gang rechtwinklig ab, so dass zwischen unten und oben kein direkter Blickkontakt besteht. Zwar nicht so gross wie unten, ist dieses zweite "Zimmer" aber auch nicht beengt. Ein Schlafzimmer, Kinderzimmer? Jedenfalls mit einem noch besseren Blick über das Tal des Rivers als von unten. Der Raum erscheint regelrecht lichtdurchflutet.



Auf dem Rückweg entdecken wir noch eine Art Anbau. Offenbar wurde noch eine Erweiterung in Angriff genommen. Oder sollte, als man die Instabilität der Decke bemerkte, ein neues Home entstehen? Wir wissen nichts darüber.

Zurück zu Henry, unserem Auto. Jetzt wird auch der Sinn des ersten Stollens unten im Alkoven klarer. Er liegt in einer Schichtfuge. Vermutlich diente er er Wassergewinnung. Einige Installationsreste können als Indiz dienen.
