Letzte Aktualisierung: 14 Jan 2017

South Fork Eagle Canyon

Eagle Canyon in der San Rafael Swell ist gut bekannt. Aber South Fork Eagle Canyon? Was soll das denn sein?

Eagle Canyon erstreckt sich von der Hochfläche am Head of Sinbad - mehr oder minder der höchste Punkt der Swell - nach Nordwesten, unterquert die Interstate 70. Als Startpunkt kann man in etwa Swaseys Cabin festlegen. Über einer recht rauhen Anstieg gelangt man zum Justensen Flat und von dort einfach zur Exit 116 der Interstate. Ein zweiter Ausgang führt über Secret Mesa. Beide starten bei 12S 0510468 4301615 unten im Canyon. Die Route und ihre Endstücke verlangt nach einem brauchbaren SUV - beware of any Crossover! - und einem kundigen Fahrer. Gefährlich ist sie aber nicht, solange man die Steigung hinauf auf Secret Mesa vermeidet. Die hat es in sich!.

Man kann noch weiter nach Westen vordringen, heutzutage aber nur noch zu Fuss, da das Gebiet zur Sids Mountain Wilderness Study Area gehört. Vor 1995 waren wir noch mit einem Ford Explorer bis zu einem grossen, nicht zu bewältigenden Jump bei vermutlich 12S 0508359 4303407 gelangt. Die Entfernung von der heute vorhandene Barriere an der Abzweigung bis zum Hindernis beträgt ca. als 2,5 Meilen/4 km und führt durch jenen Teil des Canyons, den man vom View Point an der Exit 116 der I 70 aus sehen kann.

Nach einem Drittel der Strecke zwischen der historischen Cabin und dem Ausstieg aus dem Canyon mündet von Süden her South Fork Eagle Canyon ein (ca. 12S 0514763 4299079). Die Spur wird von Besuchern des Eagle Canyons gerne übersehen. Auch wir sind in den vergangenen Jahrzehnten daran vorbeigefahren.

In 2013 finden wir South Fork Eagle Canyon durch Zufall. Nicht vom Eagle Canyon aus sondern von Süden her. Auf dem Rückweg von einer Tour über die Road durch den Little Wild Horse Canyon - viele kennen den Namen nur im Zusammenhang mit seinem Slot - gelangen wir auf die County Road CR 1012. Das ist jene Strecke, die vom Goblin Valley zur Hidden Splendor Mine im Canyon des Muddy Creeks führt. Bei 12S 0515933 4289393 zweigt die CR 1019 nach Westen ab. In einer Meile Entfernung (12S 0514572 4289990) führt die CR 1024 nach Norden. Man befindet sich nahe der "Seven Sisters", die Touristen eher unter dem Namen "Family Butte" kennen. (*)

Grössere Photos 1200 Px
Seven Sisters
Seven Sisters

Heute ist das Wetter nicht südwesttypisch, sondern abschnittsweise stark bedeckt. Das soll aber der Tour nicht schaden.

Seven Sisters Base

Die steinerne Basis unter den Seven Sisters ist vielfältig

San Rafael Swell
noch an der CR 1019

Die CR 1019 ist jene Road, die bei Touristen auch als Reds Canyon Loop bezkannt ist und gerne gefahren wird, wenn es mal etwas mehr Gelände, aber auch nicht so sehr schwierig sein soll.

Die CR 1024 Road führt uns in ein altes Bergbaugebiet an der Green Vein Mesa, so genannt wegen eines hellen, grünlichen Bands an uranhaltigem Gestein. Die Minen wurden in den 1950er Jahren von Frank Blackburn und Irvin Olsen aus Ferron entdeckt. (*)Die Mesa zieht sich nördlich der Seven Sisters in Richtung des San Rafael Knobs, dem höchsten Punkt der Swell.

Jeep Wrangler Rubber Mats
Das muss wohl im Wrangler so sein. Die Matten eignen sich im Notfall auch zum Unterlegen.
CR 1024
CR 1024

Die Country Road befindet sich in gutem Zustand, bietet keine Schwierigkeiten.

Green Vein Mesa
Green Vein Mesa - im Hintergrund die Gegend um den San Rafael Knob

Das helle Band über den roten Hängen war das Objekt der Begierde der Bergleute. Wieviel hier gefördert wurde ist nicht so leicht zu ermitteln. Jedenfalls erreichten die Minen nicht jene Berühmtheit, die anderswo schon fast sagenhaft zu nennen ist.

Green Vein Mesa Mine
Mine an der Green Vein Mesa

Am auffälligsten sind die Halden, weil sich das helle Material über die roten Hänge ergiesst. Bei genauerem Hinschauen entdeckt man zugehörige Stolle, eine alte, zusammengestürzte Verladerampe über einer heute vermutlich unbpassierbare Mining Road. Schon fast kurios mutet die Leiter an, die immer noch über dem hellen Band am fahlbraunen Fels steht. (Im obigen Bild ziemlich genau mittig über der grossen Schutthalde.)

Bei 12S 0514613 4292480 und 12S 0514606 4292571 zweigen Wege ab, denen wir nicht folgen. Wir halten uns immer auf der mehr nach links führenden, besseren Road. Kurz danach biegt sie nach Westen ab, zieht sich den Hang hinauf auf Green Vein Mesa. oben, bei 12S 0513575 4292462 führen Spuren zurück nach Süden zu weiteren aufgegebenen Minen, unser Weg knickt nach Norden ab.

Green Vein Mesa/San Rafael Knob
Höhere Schichten sind wieder San Rafael - typisch gelb gefärbt
Turkey Tower
Turkey Tower (*)ragt ca. 150 Meter über die Road auf.
Turkey Tower
Turkey Tower

Oben auf der Mesa wird die Road rauher, bleibt trotzdem unproblematisch. Auch oder gerade wegen des wolkenverhangenen Himmels ist der Tower ein eindrucksvolles Feature.

Green Vein Mesa, Turkey Tower
Turkey Tower und Road auf der Green Vein Mesa

Noch ein Highlight liegt links - westlich - der Road: Reds Canyon! Der westliche Rand der Road führt für vielleicht 250 Meter oben an der Cliffkante entlang. Ein beeindruckender View Point.

 

Reds Canyon
Reds Canyon

Reds Canyon ist, wie schon weiter oben erwähnt, eine öfter befahrene Route, die von Fremden gerne falsch als "Red" Canyon bezeichnet wird. Auch wenn es naheliegend erscheint, die Bezeichnung hat nichts mit der roten Farbe der Sedimente zu tun. Einer der frühen Rancher, der in dieser Gegend Vieh weidete, hatte einen roten Bart, wurde daher "Red" Blackham genannt.

Reds Canyon und San Rafael Knob
Das östliche Ende des Canyons und der San Rafael Knob.

Für die nächsten eineinhalb Meilen bleibt die Road auf diesem Geländeniveau, es gibt aber keine Blicke mehr nach Westen. Dann verliert sie sich auf den Karten vollständig. Real führt sie weiter, dreht nach Osten und zieht durch einen kleinen Canyon wieder auf niedrigeres Niveau hinab. Bei 12S 0515372 4294815 erreichen wir einen Trail, der uns durch den eigentlichen South Fork Eagle Canyon führen wird. Wir biegen nach links (Norden) ab.

Road auf Green Vein Mesa
Road/Trail in Richtung South Eagle Canyon

Am späten Nachmittag wird das Wetter besser, gelegentlich kommt die Sonne durch.

Namenloser Canyon
Cliffs, Sonne und Wolken
Namenloser Canyon
Canyon Cliffs in Richtung zum San Rafael Knob

Bisher ging es relativ geradeaus und ziemlich genau nach Norden.Das wird sich nun ändern. Wir befinden uns auch noch immer nicht im South Fork Eagle Canyon, sondern in einem nach Süden entwässernden, relativ breiten Canyon.

Hier oben findet sich keine Bezeichnung dafür. Folgt man dem (wahrscheinlich meist trockenen) Wasserlauf, trifft man nacheinander auf die Namen Rods Valley, Little Ocean Draw und Chute Canyon, der zuletzt das Reef der Swell nach Osten hin durchbricht.

Namenloser Canyon
Das typisch gelbliche Gestein der inneren San Rafael Swell

Die Strecke mutiert ab jetzt zum 4WD-Trail. Sie schwenkt nach Westen aus, um durch eine passartige Lücke aus dem namenlosen Canyon hinüber in South Fork Eagle Canyon zu führen. Der höchste Punkt liegt bei ca. 12S 0514719 4297071.

San Rafael Swell
etwas südlich des kleinen Passes.

Deutlich zu erkennen: Die Spur wird schwächer.

San Rafael Swell
Nur noch ein Trail
San Rafael Swell
Südlich des Passes

Aus dem Bogen kann ein grosser Arch werden, sicher ist das aber keinesfalls. Nur eine Option der Natur!

Pass zwischen South Fork Eagle Canyon und dem Canyon im Süden
Annäherung an den Pass

Langsam ist hier kein Platz für Spielereien mehr, der Trail wird relativ anspruchsvoll. Zwar kein ernsthaftes Problem für unseren Jeep Wrangler, aber Hobbypiloten mit durchschnittlichen SUV's dürften schnell überfordert sein.

Pass zum South Fork Eagle Canyon
Auf dem Pass

Auf den ersten Blick sieht die Strecke ganz passabel aus, aber halt, das schaut man sich besser genauer an.

South Fork Eagle Canyon
Erst von der anderer Seite erkennt man den steilen Abschnitt
South Fork Eagle Canyon
Auf der anderen Seite des Wegs sind die Verhältnisse keinesfalls besser.
South Fork Eagle Canyon
Let's go!
South Fork Eagle Canyon
Schön langsam fallen lassen!

Der Pass ist nicht unüberwindlich, man sollte ihn allerdings auch nicht unterschätzen und leichtsinnig sein. Vorauslaufen und sich mit dem Blick zurück zum Fahrzeug eine Route einprägen, die weder grosse Seitenneigung verursacht noch dazu führt, dass das Fahrzeug auf eine Kante hängen bleibt! Steil ohne Seitenneigung ist hingegen nicht so kritisch.

Auf dem Pass steht ein grosser, weiss blühender Busch, so ca. 3 Meter hoch. Es handelt sich um eine Amelanchier utahensis (Utah Serviceberry) aus der Familie der Rosaceae (Rosen)

Utah Serviceberry
Amelanchier utahensis (Utah Serviceberry). Meine Frau muss als Massstab herhalten.
Serviceberry
Serviceberry

Serviceberry? Ein merkwürdiger Name!

Die Bezeichnung stammt aus dem Osten der USA, wurde von den ganz frühen Kolonisten geprägt. Es war unmöglich, im Winter Verstorbene zeitnah zu beerdigen, da die tief gefrorenen Böden das Ausheben von Gräbern nicht zuliessen. Man lagerte die Körper ein. Meistens taute es zu der Zeit, wenn diese Pflanzen anfingen zu blühen. Dann konnten "Services" (Gottesdienste) abgehalten und die Toten endlich bestattet werden.

Die grossen, schmackhaften roten Beeren werden gerne gesammelt und verarbeitet. Da sie im Juni reifen findet man gelegentlich auch den Namen Juneberry.

South Fork Eagle Canyon
Nördlich des Passes kommt der Trail weiterhin rauh daher.

South Fork Eagle Canyon unterscheidet sich von seinem südlichen, namenlosen Pendant deutlich. Er ist wesentlich enger. Bis zur Einmündung in den Hauptarm des Eagle Canyons sind es circa 2 Meilen, für die wir - trotz sehr gutem Fahrzeug - ungefähr eine halbe Stunde benötigen, wenige Photostops inklusive.

South Fork Eagle Canyon
South Fork Eagle Canyon
Trail im South Fork Eagle Canyon
Trail im South Fork Eagle Canyon - auf einem der einfacheren Abschnitte.

Bei den Photostops finden wir auch noch diese leuchtenden Blüten:

Penstemon utahensis
Penstemon utahensis

Pflanzen der Familie Penstemon gibt es natürlich nur in Nordamerika, jedoch wurden die Wegerisch-Gewächse in Europa als Zierpflanzen veredelt. Insbesondere in Schottland entstanden Hunderte von Abarten; es soll inzwischen über 500 davon geben. Natives verwenden die Pflanze als Mittel gegen Zahnschmerzen.

 

South Fork Eagle Canyon
South Fork Eagle Canyon in nördlicher Richtung

Abgestorbene Junipers (Wacholder) sind im Südwesten nichts Ungewöhnliches, aber immer wieder pittoreske Gebilde. Das kommt unter anderem dadurch zustande, dass sie drehwüchsig sind, also die Holzfasers sich beim Wuchs wie Korkenzieher verwinden.

Juniper-Stamm
Drehwüchsiger Juniper

Das Holz ist deshalb zu konstruktiven Zwecken kaum verwendbar.

Eine halbe Meile nördliches des Passes taucht der Trail ein kurzes Stück aufwärts in den Hauptarm des South Fork ein (12S 0514993 4297579), weil sonst der Wash nicht zu überqueren wäre. Dann geht es weiter nach Norden.

South Fork Eagle Canyon
South Fork Eagle Canyon
South Fork Eagle Canyon
Pillar im South Fork Eagle Canyon

Der Pfeiler steht nicht allzuweit vom hier schon relativ breiten Wash entfernt, erinnert entfernt an Elvis Hammer östlich von Moab.

South Fork Eagle Canyon
South Fork Eagle Canyon
South Fork Eagle Canyon
Wände und Towers

Auch im South Fork bekommt man schnell ein Gefühl dafür, warum das Eagle Canyon - System in der Swell für seine Wildheit berühmt ist.

Wabenverwitterung
Wabenverwitterung

Den Hauptarm des Eagle Canyons erreichen wir schliesslich bei 12S 0514771 4299092. Rechts herum nach Osten könnten wir in über 1,5 Meilen Distanz Swaseys Cabin erreichen. Das wollen wir nicht, wenden uns den Canyon abwärts.

Prinzipiell kennen wir die Strecke schon gut, wollen aber das besser gewordene Wetter nutzen. Eine ältere Tourbeschreibung findet sich ebenfalls auf unsere Website.

 

Texte

Texte

* Steve Allen: Utah Canyon Country Place Names ISBN 978-0-9884200-7-6 bzw. 978-0-9884200-8-3