Letzte Aktualisierung: 09 Sep 2017

Ajax Underground Store

Im Westen Utahs, dort wo die UT 36 zwischen Clover und Faust verläuft, findet sich im Rush Valley einer der bemerkenswertesten Ghostly Places des Staates. Das weite Tal zwischen den Oquirrh Mountains im Osten und den Onaqui Mountains westlich davon diente als Zugang zu den vielen kleinen Minen und Minenansiedlungen in den Bergen. Im Tal selbst hielten Rancher Vieh. Das Leben hier draussen war hart in den 1860er Jahren des 19. Jahrhunderts. Selbst tagtäglich benötigte Güter konnten nur unter grossen Mühen herangebracht werden, Luxus war nahezu so weit entfernt wie der Mond.

In 1869 siedelte William Ajax, der mit seinem Warenhaus in Salt Lake City kein Bein auf den Boden bekommen hatte, mit seiner jungen Familie in der unwirtlichen Gegend. Finanziell hielt er sich dadurch über Wasser, dass er Heu an die umliegenden Minen verkaufte, wo es für die Arbeitstiere benötigt wurde.

Sein Geschäft erweiterte sich allmählich. Er handelte mit allem, was die Menschen hier draussen benötigten: Mehl, Kolonialwaren, Konserven, Tabak. Auch Reisende, die von Salt Lake City nach Süden in Richtung St. George wollten, kamen vorbei und deckten sich ein. Der Platz hatte offenbar Potential!

Schnell erhielt er den Zuschlag zum Betrieb des Post Offices, was die Attraktivität weiter steigerte. Nur wie hier draussen etwas Grösseres errichten. Ajax beschaffte Holz aus den nahen Bergen, grub sich gleichzeitig in den Wüstenboden ein. 3 bis 4 Meter unter der Oberfläche, bedeckt mit Holz und Erde betrieb er sein erstes Geschäft. Die Anlage war ideal - hier unten blieb es verhältnismässig kühl und komfortabel.

Das Sortiment wurde erweitert. Bekleidung, Schmuck und Porzellan kamen hinzu. Kontinuierlich wurde der Laden vergrössert, erreichte schliesslich rund 1.000 Quadratmeter Fläche. Hier gab es alles - von teurer Bekleidung bis hin zur Bergbaumaschinerie! Später schloss man ein Restaurant und eine Herberge für Durchreisende an.

Der Wert der gelagerten Ware soll bis zu 100.000 $ betragen und der Umsatz den jedes Kaufhauses in Salt Lake City übertroffen haben. Das Geschäft wurde zur Sehenswürdigkeit und Leute reisten extra wegen des Underground Stores an.

1899 starb William Ajax. Die Umsätze entwickelten sich rückläufig. Nur wenige hundert Meter entfernt war die Eisenbahn erbaut worden, erlaubte den einfacheren Gütertransport und den Menschen der Umgegend, nach Salt Lake zu fahren und dort in den verschiedensten Geschäften einzukaufen. Die Mail Order Catalogues, welche längst aufgekommen waren, stellten ebenfalls eine starke Konkurrenz dar.

Das Geschäft wurde noch bis 1914 betrieben. Es lohnte am Ende nicht mehr. Viele der kleinen Mining Towns waren eingegangen, insgesamt hatte die Bevölkerung des Landstrichs stark abgenommen. Die Gebäude, welche rundherum errichtet worden waren, standen verwaist, wurden zur Holzgewinnung abgebaut. Der Underground Store brannte in den 1920er Jahren ab. Vermutlich hatten ihn Hobos versehentlich in Brand gesteckt, als sie darin Unterschlupf fanden. Das leerstehende Gebäude war ein beliebter Schlafplatz für die Vagabunden.

Wer heute zum Underground Store will fährt auf der UT 36 von Tooele nach Süden. Vorbei an der Abzweigung zur UT 199. Die Strasse folgt hier der Eisenbahnlinie, entfernt sich später ein Stück von ihr. Bei ca. 12T 0380630, 4453810 muss man anhalten und rund eine halbe Meile querfeldein nach Osten in Richtung der Eisenbahnlinie wandern. Das Loch im Boden ist bei ca. 12T 0381550, 4453800 immer noch aufzufinden.