Letzte Aktualisierung: 27 Feb 2017

Kreise fräsen

Das Herstellen von relativ dicken, exakt kreisförmigen Holzscheiben wurde schion beschrieben. Dieser Text stellt die Erweiterung in Richtung Holzringe dar.

Gezeigt wird das Vorgehen an einem ca. 30mm starken Werkstück aus Buchenholz. Ein kreisförmiges Werkstück wird ausgefräst. Wegen den gleichen Holzart gelten auch die im verlinkten Text angegebenen Grenzwerte für die Oberfräsendrehzahl. (13 - 15.000 U/min)

Das Ausgangsmaterial wird auf ein Opferholz gelegt und der äussere Kreis gefräst. Soweit ist alles Standard. Problematischer wird das Schneiden des inneren Kreises, da jetzt der herzustellende Ring abgetrennt wird, sich verschieben kann und so das Fräsergebnis negativ beeinflusst.

Das kann man verhindern: Das Werkstück wird auf dem Opferholz befestigt, aber nur in dem Bereich, der nachher zum inneren Kreis, also zum Abfall gehört. Dazu kann man Schrauben nehmen. Eine andere Variante ist, die Bohrung für die Führung des Fräszirkels bis ins Opferholz zu verlängern und ein Stück Holzdübel einzutreiben. Oben muss natürlich Platz für die Führungshülse bleiben. Zuerst wird der äussere Kreis geschnitten.

Wie kann man verhindern, dass sich der abzutrennende Ring am Ende der Bearbeitung verschiebt und evtl. beschädigt wird? An sich relativ einfach, auch der Ring muss befestigt werden. Da in diesem Fall Bohrlöcher unschön gewesen wären wurden dazu Wonder Dogs von Veritas benutzt.

Kreisring fräsen
Das Werkstück wird mit Hilfe sog. "Wonder Dogs" fixiert

Die Halter werden nur schwach angezogen, da sie das Werkstück nicht einklemmen sollen, sondern es lediglich fixieren. Mit der Fräse und dem Zirkel kann jetzt der Innenkreis hergestellt werden. Darf das Endprodukt Bohrungen auf der Rückseite haben, weil dies später verdeckt ist, kann man den Kreisring natürlich auch ans Opferholz schrauben.

hölzerner Kreisring
Der festiggestellte Ring

Theoretisch könnte man mit diesem Vorgehen auch einen ovalen Rahmen am Stück herstellen, falls man eine Führung zur Herstellung ovaler Objekte benutzt. Habe ich allerdings nicht ausprobiert, aber so ein ovaler, nicht gestückelter Rahmen hätte schon was.

Prinzipiell wären stärkere Ausführungen machbar, wenn man wieder zusätzlich mit Sägen und dem Oberfrästisch arbeitet.