Letzte Aktualisierung: 01 Mar 2017

Japansägen richtig ansetzen

Die japanischen, auf Zug schneidenden Sägen unterscheiden sich grundsätzlich von ihren westlichen Gegenstücken, die auf Stoss/Schub schneiden. Daher ist die Handhabung auch völlig anders.

Vielen Benutzern verlaufen die fernöstlichen Sägen erst einmal, weil die Führung sehr ungewohnt ist. Man muss sich dazu zwingen, keinen Druck auf die Säge auszuüben, wie man das bei westlichen Sägen schon gelegentlich macht, um die Agressivität der Säge zu steigern. Dieser Druck führt zum Verbiegen des sehr dünnen Blatts - zumeist unter 0,5 mm in der Stärke. So verläuft der Schnitts, wenn die Säge tiefer ins Holz schneidet. Ob die Abweichung nach rechts oder links geht hängt von der Handhabung durch den Benutzer ab.

Druck auf die Säge ist nicht nur aus diesem Grund kontraproduktiv. Eine Steigerung der Aggressivität wird nicht erreicht, eher im Gegenteil. Man sollte immer versuchen, ohne senkrecht wirkende Kräfte zu arbeiten.

Ebenfalls wichtig ist, wie der Schnitt am Werkstück begonnen wird. Mit einer westliche Säge auf Stoss beginnt man an der dem Benutzer abgewandten Kante, der Griff zeigt schräg nach oben und der Schnitt wandert auf den Holzwerker zu.

Auch hier arbeitet die Zugsäge anders. Der Schnitt wird an der dem Benutzer zugewandten Kante gestartet, der Griff der Säge weist schräg nach unten, der Schnitt vertieft sich vom Anwender weg. Auch das unterstützt einen exakten, geraden Schnittverlauf.

Ein positiver Nebeneffekt: Da die Säge auf den Holzwerker zu schneidet, wird der Riss auf dem Werkstück nicht mit Sägespänen überdeckt.

Als Ergänzung 3 Photos. Keine ganz reale Situation - so könnte man ein Werkstück zum Durchsägen nicht einspannen. Das richtige Ansetzen der Säge wird trotzdem deutlich.

Einspannen des Werkstücks in der Hinterzange
Eingespanntes Werkstück mit Riss
falsches Ansetzen der auf Zug arbeitenden Säge
Falsches Ansetzen der Zusäge am Beginn des Schnitts
richtiges Ansetzen der Zugsäge
So geht es besser!