Letzte Aktualisierung: 02 Mar 2017

Führungsadapter für das Varijig-Sytem

Für die Varijig-Führungsschienen der Fa. Trend können realitiv leicht Adapter hergestellt werden, die ein exaktes Führen der Oberfräse erlauben. Der Hersteller selbst bietet nur eine Adaption für die hauseigene T11-Oberfräse an.

Der Beitrag bezieht sich auf die Kopplung einer Dewalt DW 622 Oberfräse. Mit Sicherheit können andere Maschinen nach dem gleichen Schema an das Führungsschienensystem gekoppelt werden.

DW 622 von der Rückseite
Die Maschine von der "Rückseite" gesehen. Es geht um die beiden Klemmschrauben der Parallelanschlagsbefestigung.

Diese Seite wird von mir als Rückseite bezeichnet, weil man den Netzschalter so nur sehr unkomfortabel bedienen kann. Daher wird die Maschine zumeist mit der anderen Seite zum Bediener hin eingesetzt.

DW 622
Die Schrauben zum Klemmen der Parallelanschlagsstangen werden entfernt
Adapter aus Aluminium
Adapter

Der gezeigte Maschinenadapter entstand aus Abfallmaterial. Zwei Stücke Aluminium-Stangenmaterial mit quadratischem Querschnitt von 15 mm wurden zentrisch durchbohrt, um die Führungsstangen aufzunehmen. Die beiden Teile mit quadratischem Querschnitt sind mittels versenkter 5mm Inbusschrauben verschraubt. Zwei Durchgangsbohrungen dienen der Befestigung an der Maschine.

DW 622 mit Führungsschienenadapter
Maschine mit Adapter

Der Adapter wird mit Hilfe zweier 5 mm Flügelschrauben in den Bohrungen der Stangenklemmung befestigt. Die volle Eintauchtiefe der Maschine bleibt erhalten.

Führungsschiene Varijig
Profil, Massband
Schienenquerschnitt Varijig
Schienenquerschnitt

Die untere, grosse Aussparung dient für die Klemmen zur Befestigung am Werkstück und die Verbindungsstücke zur Schienenverlängerung. Die kleine obere T-Nut in der Mitte nimmt das Massband auf. Der Maschinenadapter gleitet in den beiden grösseren T-Nuten rechts und links, deren Öffnung nach oben 8 mm breit ist.

Schienenzwillinge

Der Anschluss an die Führungsschiene

Ein einfaches Gleitstück koppelt Maschine und Führung. Zwei 8mm Polycarbonatplatten gleiten in den beiden T-Nuten. Dazwischen befindet sich ein Stück Buchenholz als Abstandshalter. Zwei Bohrungen nehmen die Führungsstangen des Maschinenadapters auf. Inbusschrauben klemmen die Stangen in der gewünschten Position fest.

Führungsschienenanschluss
Mit dem Gleitstück wird die Oberfräse an die Führungsschiene gekoppelt

Die zwei Polycarbonat- Seitenteile sind mit dem Holz-Abstandshalter verschraubt.

Gleitstück im Querschnitt
Das Gleitstück im Querschnitt

Das Holz berührte die Schiene nicht, - keine unnötige Reibung.

Gleitstück auf der Schiene
Das Gleitstück auf der Führungsschiene. Inbusschraube zur Stangenklemmung.

Das Aluminium der Schiene und das Polycarbonat bilden ein gutes Reibungspaar. Aufgesprühtes Trocken-PTFE reduziert die Reibung weiter. (Hält aber nicht lange!)

Maschine und Adapter an der Führungsschiene
Oberfräse und Adapter an der Führungsschiene

Die beiden Inbuschrauben klemmen die Führungsstangen, so dass die Oberfräse in Relation zur Führungsschiene versetzt werden kann. Notwendig, wenn eine Nut nicht in einem Schnitt herzustellen ist.

Führungsadapter
Maschine von der Führungsschiene weg versetzt. Trotz des weiten Überhangs über die Kante kippt die Maschine nicht ab.

Normalerweise gleitet die Oberfräse direkt an der Schienenkante entlang, für breitere Nuten/Falze kann sie aber auch ein Stück versetzt betrieben werden.

Oberfräse an der Führungsschiene
Die Oberfräse an die Führungsschiene gekoppelt

Auch wenn die Fräse mit nicht mal der Hälfte ihrer Grundplatte auf dem Werkstück ruht, kann sie wegen des Gleitstücks nicht abkippen. Eine Kantenfräsung wird zwangsläufig rechtwinklig, auch ohne Abkippschutz an der Maschine. Die Oberfläche des Werkstücks fungiert als Schutz gegen Verkippen.

Dazu muss das Gleitstück aber relativ genau an die T-Nuten der Schiene angepasst sein. Die Erfahrung zeigt, dass die Breite der T-Nuten und die Dicke der Ploycarbonatplatten sehr exakt sind. Es herrscht von Haus aus nur ein geringes Spiel.

Im Bild oben ist die Oberfräse um einige Millimeter von der Schiene weggesetzt wie es notwendig wird, um z.B. eine Nut zu fräsen die breiter als der verwendete Fräser sein muss.

Erste Versuche mit Alu-Gleitstücken waren nicht erfolgreich. Aluminium auf Aluminium hat einen ziemlich ungeeigneten Reibungskoeffizienten, es klemmt regelrecht.

Führung der Oberfräse
So wird die Oberfräse am Führungsknauf geschoben

Das Gleitstück besitzt einen grossen Führungsknauf, um die Oberfräse zu bewegen. Ein Abkippen ist weder am Werkstückanfang oder -ende noch entlang der Kante möglich. Kantenfräsungen aller Art werden sehr exakt ausgeführt.

Im Photo erkennbar ist das Netzkabel genausowenig im Weg wie der (nicht angeschlossene) Absaugschlauch. Ein Vorteil der Oberfräsenkonstuktion. Modelle mit flach weggeführter Absaugung sind hier deutlich im Nachteil.

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