Letzte Aktualisierung: 12 Oct 2016

Häufig gestellte Fragen zu Sightseeing-Flügen

Thema Erläuterung
Welche Flüge gibt es? Mancherorts wie z.B. Grand Canyon Village werden "vorgefertigte" Flüge angeboten. Flugzeit und Fluggerät (Flugzeug oder Helikopter) bestimmen die Kosten. Man fliegt zu mehreren in einer Maschine, kann sich Mitflieger und Route nicht aussuchen.

Flüge, bei denen man Termin, Route und Mitflieger selbst bestimmt kann man über Bedarfsfluggesellschaften oder ggf. auch über private Piloten buchen. Die Kosten bemessen sich nach Grösse der Maschine und der Flugzeit in Stunden.
Wo findet man Anbieter? Prinzipiell kann man an jedem Airport oder Airfield nachfragen, ob es Angebote gibt, ein Charter-Anbieter existiert oder ein Privatpilot sich etwas dazuverdienen möchte?
Kosten Eine kleine 4-sitzige Maschine - 3 Passagiere + Pilot - kostet derzeit (2015) rund 300 $/Std. Lokale Abweichungen sind möglich! Unsere Erfahrungswerte beziehen sich auf Moab, Utah und eine bestimmte Charter-Gesellschaft.

Enthalten sind Steuern, evtl. Gebühren, Treibstoff und die Vergütung für den Pilot. Wer selbst über eine Lizenz verfügt, kann ggf. auch die Maschine alleine mieten, quasi wie einen Leihwagen. Abgerechnet wird am Ende nach tatsächlichem Zeitaufwand. Da wir selbst keine Lizenz besitzen, kennen wir den Kostenanteil für den Piloten nicht.
Flugzeuge Kleine Sportflugzeuge sind ab 4 Sitzen verfügbar, es gibt aber auch grössere Maschinen. Wenn man Sightseeing machen möchte ist ein Hochdecker (Flügel über der Kabine) vorteilhafter.
Helikopter Damit haben wir keine Erfahrungen.
Platz ist zumindestens auf dem Copilotensitz sehr beengt! So in etwa wie in europäschen Kleinwagen der 50er/60er Jahre des 20. Jh. Man muss durchaus darauf achten, dem Piloten nicht in die Quere zu kommen. Auf der Rückbank geht es wesentlich bequemer zu, wenn dort nur eine Person sitzt. Für die Person auf dem rechten Vordersitz ist alles, was mit der Steuerung des Flugzeuges zusammenhängt, natürlich tabu.
Anschnallen Noch wichtiger als im grossen Jet!

Bedingt durch die Hosenträger-Gurte ist aber auch die Bewegungsfreiheit stärker eingeschränkt! Die kleinen Maschinen reagieren wesentlich heftiger auf "Luftlöcher", sacken dann gegegentlich deutlich durch. Dabei knallte ich schon mal mit dem Kopf gegen das Kabinendach - also stets angeschnallt bleiben!
Komfort Entsprechend dem Alter des Geräts können die Sitze recht durchgesessen sein. Der Schallpegel in der Kabine liegt sehr hoch, so dass man fast zwangsläufig die vorhandenen Kopfhörer benutzt. Da auch ein Mikrophon im Headset eingebaut ist, kann man sich so auch besser verständigen. Ohne wird es selbst mit Schreien schwer! Fenster sind nicht immer in optimalen Zustand, da das Plastik verkratzt. Sollten sie zu schmutzig sein, kann man sich um Reinigung bemühen.
Photographie >Das Photographieren aus den Maschinen ist nicht ganz trivial. Einige Gegebenheiten erschweren es beträchtlich.
Wo sitzt man am besten? Wenn man zu zweit - plus Pilot - unterwegs ist, hat der hinten Sitzende eindeutig die besseren Karten. Weniger beengt als auf dem Frontsitz und die Möglichkeit nach beiden Seiten zu photographieren. Auch besteht weniger die Gefahr, die Flügelstreben des Hochdeckers mit ins Bild zu bekommen. Die Ausrüstung kann man meistens hinter der Sitzbank deponieren.
Sicht Wie gesagt ist sie von hinten besser! Dass man vom Frontsitz auch nach vorn
schauen kann, nützt zum Aufnehmen nichts. Man bekommt immer ein verwischtes Propellerabbild in die Aufnahme. Zudem gibt es nur eine recht eingeschränkte Sicht auf die Landschaft, die man aber zumeist aufnehmen möchte.

Vom Frontsitz gehen fast ausschliesslich Aufnahmen nach rechts. Gelegentlich kann sich auch mal ein Blick nach links lohnen, wenn der Pilot gerade eine Linkskurve fliegt. Zur rechten Seite kann die Tragfläche mit aufs Bild kommen, wesentlich häufiger wird es mit deren Strebe so sein. Andererseits schirmt der Flügel die direkte Sonneneinstrahlung sehr gut ab. Richtet man die Kamera steil nach unten bildet man eventuell ein Rad des Flugzeugs mit ab.
Scheiben sind oft schmutzig und verkratzt. Schmutz kann man vor dem Flug entfernen, Kratzer bleiben! Die Schärfentiefe verbessert die Situation gegebenenfalls. Viel unangenehmer sind Spiegelungen. Diesen kann man auf zwei Arten begegnen: Entweder mit einem Polfilter oder indem man die Linsenfront möglichst nahe an die Scheibe heranführt. Letzteres hat Grenzen. Zum einen braucht man Spielraum um die Kamera zu neigen, zum anderen sollte man unbedingt den Kontakt mit der Scheibe meiden. Die Maschinen vibrieren stark, so dass diese Vibrationen auf die Kamera übergehen und zu Unschärfe führen können.

Auch der Polfilter hat gravierende Nachteile, da er zwei Lichtwerte (Blendenstufen) schluckt. Nach meiner Auffassung muss man mit den Spiegelungen leben, sie gehören dazu.Noch eine Beeinträchtigung durch die Fenster: Die Scheiben sind meist getönt! Nahezu alle Aufnahmen werden einen Blaustich mitbekommen. In den Zeiten der digitalen Photographie stellt das zwar kein Riesenproblem dar, aber man sollte sich dessen bewusst sein.
Belichtung Fast immer muss man Kompromisse eingehen. Es gibt einiges zu bedenken: Fluggeschwindigkeit und Höhe, Tageslicht, Erschütterungen! Generell wird man zu kürzeren Belichtungszeiten tendieren, um die Verwacklungsgefahr durch Vibrationen und Flugzeugbewegungen - Luftlöcher! - klein zu halten. Die dann reduzierte Schärfentiefe kann sich in der Tiefe der Landschaft deutlich bemerkbar machen. Ein Polfilter ist hier ein echtes Problem, da es zu einer um zwei Stufen weiter offenen Blende zwingt!

Die Geschwindigkeit der Maschine wird im Mittel ungefähr doppelt so hoch liegen wie bei einer Autofahrt über Landstrasse. Da die Aufnahmen generell quer zur Bewegungsrichtung entstehen ist mit einer nicht unerheblichen Bewegungsunschärfe zu rechnen, die glücklicherweise um so mehr abnimmt je weiter das Objekt entfernt ist.

Trotz aller Vorsicht haben wir - wie die Berichte zeigen, - mehr unscharfe Aufnahmen erhalten als einem lieb sein kann. Das hängt vor allen Dingen mit den unvorhersehbaren Bewegungen der Maschine zusammen. Machen Sie lieber ein paar Bilder mehr!

Generelle Empfehlungen zu geben ist nicht einfach. Man sollte auf eine Verschlusszeit von 1/200 sec. oder besser noch kürzer achten.
Aufnahme: Datenformat und Bearbeitung Farbverfälschung durch Scheibentönung stellt in Zeiten der digitalen Photographie ein kleineres Übel als mit analogem Filmmaterial dar. (Man hätte ein Farbfilter vor die Linse setzen müssen.) Farbstich kann man nachträglich korrigieren. Oft ist die Flauheit der Bilder enttäuschend, was mit den Scheiben in Verbindung gebracht werden kann. Auch da ist ggf. Abhilfe möglich.

Beherrscht die Kamera RAW, dann sollte man diese Format mit seinen wesentlich besseren Korrekturmöglichkeiten gegenüber JPG bevorzugen, auch wenn es zwingend eine nachträgliche Bildbearbeitung erfordert. Bedenken Sie, dass die Aufnahmen nicht einfach wiederholt werden können. Bei den Gesamtkosten des Fluges sollten die Kosten der Bildbearbeitung nicht ausschlaggebend sein. Hat man selbst kein Entwicklungsprogamm oder fehlen die technischen Kenntnisse, wird man bei Photographen Hilfe bekommen.