
Behind the Reef
Nun sind wir also über die Horse Valley Road zur Behind the Reef Road vorgestossen. Wir wollen nach Osten, um zum Chute Canyon und damit zum gut befahrbaren Teil der Road vorzudringen.
Vor Jahren hatten wir schon einmal den Anstieg der Road aus dem Chute Canyon untersucht und für einen Trailblazer als nicht realisierbar eingestuft. Diese Jahr sind wir aber mit einem Hummer H3 unterwegs, der in einer anderen Liga spielt.
Kurz nachdem wir bei ca. 12S 0513790, 4272620 auf die Behind the Reef Road eingebogen sind, beschliessen wir, erst einmal Pause zu machen. Ein wie so oft verspätetes Lunch. Inzwischen ist es kurz von 6 p.m. Wir müssen also sehen, noch im Hellen aus diesem einsamen Gebiet herauszukommen. Ein unbedingtes Muss ist das allerdings nicht. Mit unserer Ausrüstung können wir auch eine Nacht hier draussen kampieren.
Unsere gewünschte Route sollte uns an den oberen Eingängen zu den Slots von Bell- und Little Wild Horse Canyon vorbei und um die Chute Buttress herum hinunter in den Chute Canyon führen.

Lunch Time

Nach einem recht steinigen Anstieg aus dem ersten Canyon heraus geht es zunächst moderat weiter.
So moderat bleibt es nur für kurze Distanz, dann kommen anspruchsvollere Stücke. Einige Steigungen bzw. Gefälle sind sehr steinig und mit Stufen durchzogen. Wir geniessen dort die Freiheiten, die uns der H3 bietet.
Die Road zieht entlang des inneren Cliffs des Reefs der Swell, verwöhnt uns im Licht des frühen Abends mit immer neuen Formationen. Da wir die Sonne im Rücken haben sind die Verhältnisse für “Sightseeing” ideal. Das gibt auch gute Kontraste für die Sicht auf die nicht ganz triviale Road.

Froschkönig?

Ostrich´s Head

Miners Shack am Bell Canyon
Neben der Abfahrt hinunter in den Bell Canyon treffen wir auf diese alte Miner-Unterkunft. Was für ein setting! Ein grandioses Panorama für eine einfache Behausung! Beneidenswert, aber die ehemaligen Bewohner hatten wohl andere Interessen. Und das Leben dürfte hier draussen hart gewesen sein.

Bell Canyon. Hier gelangt man zu dem bekannten Slot. Der Zugang von ausserhalb der Swell ist allerdings wesentlich bekannter.

Sogar ein Schild existiert! Frage bitte keiner, wie man ein Pferd durch den Slot bringt?

Bell Canyon: Wabenartige Erosion

Zwischen Bell und Little Wild Horse Canyon
Die langen Schatten verraten es: Wir haben 6.15 p.m. Noch runde 2 Stunden bis zur kurzen Dämmerung und wir sind verdammt weit draussen. Entweder wir übernachten hier irgendwo oder es wird eine Heimfahrt im Dunklen. Für uns nichts Neues, aber nicht für jeden empfehlenswert. Solche Fahrten bergen ein grosses Risiko für Unerfahrene.
Derartige Situationen muss man in Kauf nehmen bzw. einkalkulieren wenn man das warme Abendlicht liebt und geniessen will. Es zaubert eine einzigartige Stimmung.

Little Wild Horse Canyon, der Nachbar-Slot! Pferde bleiben hier unerwähnt!
Vor uns liegt die sog. “Chute Buttress”, eine aus dem Reef nach Norden hervorspringede Felsbastion, die den Little Wild Horse Canyon vom Chute Canyon separiert. Diesen Block müssen wir umrunden um bis zum Chute vorzudringen. Mal sehen, ob es uns gelingt?
Die Road wird uns fordern! Eine Gefällestrecke östlich der Buttress ist “hammerhart”, selbst für Henry the Hummer. Runter, ok! Aber kommen wir auch wieder herauf, falls uns das Durchkommen nicht gelingt? Naja, wir sind ja im Bauen von Rampen und dergleichen nicht ganz unerfahren. Also los!

Chute Buttress
Das üble Stück wird uns belohnen - mit einem farbenprächtigen Ausblick auf das Gebiet des Upper Chute Canyons. Wie gesagt - Abendlicht zaubert! Wären wir hier um die Mittagszeit vorbei gekommen, wir hätten die Aussicht vermutlich nicht einmal bemerkt!
Die Blicke entschädigen uns für die Schwierigkeiten der Route. Mit einem Trailblazer oder Ähnlichem wären wir hier nie gelandet.
Blicke auf den Upper Chute Canyon:

U/pper Chute Canyon: Weites, wildes Land

In 90 Minuten ist es schon ziemlich dunkel!

Upper Chute Canyon

Temple Mountain am Horizont: Dorthin wollen wir eigentlich.

What a view?

Auch das ist Behind the Reef-Road
Wir sehen in nicht allzu grosser Entfernung jenen Teil der Behind the Reef-Road, welcher mit jedem Auto befahren werden kann. Hier zieht sie sich nach rechts in den Chute Canyon hinein, wo dieser beginnt, sich durch das Reef zu graben. Kommen wir dorthin durch? Das muss sich nun ganz schnell entscheiden.

Kurz nach 7 p.m.: Der Boden des Chute liegt schon im Schatten. Das Ende der Road ist gut zu sehen.

Licht und Schatten: Hier müssen wir runter!

Erkundung

Ein ATV ginge durch
Und da haben wir das Problem! Die Deckschicht des oberen Hangs ist abgestürzt, hat die Spur verschüttet. Das Gestein rechts im Hang sieht nicht tragfähig aus, da werde ich nicht drüberfahren. Schliesslich geht es ca. 50 Meter in die Tiefe.
Wäre es früher am Tag, könnte man versuchen, dem einen Brocken mit Fäusel und Meissel zuleibe zu gehen. Aber dafür bräuchte man wahrscheinlich 2 Stunden Zeit und die hat es nicht mehr bis zu Dunkelheit.
Hart, aber wahr: Wir sind gescheitert, müssen den ganzen langen Weg zurück.

Da steh’ ich nun, ich armer Tor......
Also nix wie raus! Nicht weit hinter uns wartet ja noch die ziemlich üble Steigung, ausgewaschen und mit hinterhältigen Felsstufen. Das könnte noch Arbeit bedeuten!
An der schwierigsten Stelle versuche ich es straight forward mit brute force.... und scheitere! So gehts also nicht! Da muss die bewährte Geheimwaffe zum Einsatz kommen. Lady setzt sich ans Steuer und ich spotte. In einem gewagten Bogen bis sehr nahe an die Abbruchkante rechts bringen wir Henry the Hummer nach oben.
Auf der Rückfahrt zur Horse Valley Road bekommen wir noch ein paar schöne Aufnahmen in den Kasten.........


Wäre es nicht schon so spät, hätten wir die Road durch den Upper Little Wild Horse Canyon wählen können. Für eine Nachtfahrt ist diese Strecke aber ungeeignet. Also geht es denselben Weg zurück, auf dem wir kamen.
Als wir ein kurzes Stück auf der Horse Valley Road gefahren sind, sehen wir rechts einmal mehr das Schauspiel des aufsteigenden Erdschattens, ein Phänomen, das im Südwesten besonders gut zu beobachten ist.

Erdschatten

Dämmerung: Henry Mountains und Factory Butte

Ritt in die Nacht

Letztes Tageslicht auf dem Reef
Es ist nun halb neun. Die Hinfahrt auf der Horse Valley Road hatte eineinviertel Stunden beansprucht. In der Dunkelheit kann man einerseits nicht so flott fahren, andererseits hält man nicht mehr an um sich etwas anzusehen oder aufzunehmen.
Anzunehmen, dass es gegen halb zwölf sein wird, wenn wir zuhause ankommen.
Karte

© Rolf R. Safferthal 2010