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Gold Bar Rim
Entlang der US 191 baut sich im Westen die hohe Mauer der Moab Fault auf, einer Gesteinsverwerfung, an der das Land im Osten der Road um mehrere 100 Meter absank. Die Cliffs auf der westlichen Seite sind beeindruckend hoch und nahezu ohne Unterbrechungen zwischen dem Colorado River und der Mill Canyon Road weiter im Norden. Lediglich Little Canyon - ein Hanging Valley, dem beim Absinken der Ostseite sein Oberlauf abhanden kam - und Sevenmile Canyon mit der Zufahrt zu Island in the Sky unterbrechen die Front.
Vor vielen Jahren waren wir schon einmal im abendlichen Dämmerlicht am oberen Ende des Little Canyons gelandet und hatten den Ausblick überrascht und fasziniert genossen. Dabei steht man an dieser Stelle nur 100 - 120 Meter über der Strasse. Dass es noch eindrucksvoller geht, hatten wir Tage zuvor am Sevenmile Rim erfahren. Dort beträgt der Höhenunterschied schon mehr als 250 Meter. Am Gold Bar Rim sind es dann schon 350 Meter und man soll einen exzellenten Blick über Moab und das Spanisch Valley haben.
Den Punkt wollen wir erreichen.
Wir fahren auf der US 191 nach Norden. Gute 5 Meilen nach der Einfahrt in den Arches National Park biegen wir bei ca. 12S 0615185, 4279250 nach links (Westen) ab, überqueren die Railroad, um dann auf einem Flutschutzdamm entlang der Gleise wieder nach Süden zu fahren, bevor die Road hinauf in den Little Canyon steigt. Früher war diese Steigung nicht ganz ungefährlich. Heutzutage hat man fast alle Hindernisse aus dem Weg geräumt, um mehr Touristen den Zugang zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeit der Moab-Area zu ermöglichen, den Gemini Bridges.

Gooney Bird oder auch De Gaulle - Rock, das Wahrzeichen des Little Canyons

“Painted Wall” in der Nachbarschaft des Birds

Der Gold Bar Rim - Trail beginnt
Wir folgen nicht der Steigung aus dem Little Canyon hinaus, die zu den Gemini Bridges führt, sondern dem Wash im Canyon. Allerdings nicht lange, schon nach 0,4 Meilen bei ca. 12S 0615835, 4272720 führt der Weg nach links aus dem Wash heraus, steigt an. Bis hierher war die Strecke leicht zu befahren, aber das soll sich in der Folge ändern.

Der Trail beginnt rauher zu werden.

So sieht das Ganze von der anderen Seite aus.

Steinplatten prägen den Charakter des Trails

Gold Bar Canyon

Weiter auf dem Trail zum Rim

Das sieht diffizil aus - erst einmal spotten gehen!
Der Abschnitt vor uns erscheint problematisch. Solche Punkte begeht man am besten erst einmal zu Fuss, betrachtet die Angelegenheit von der anderen Seite.
Hier stellt sich selbst das als nicht ganz einfach heraus.

Die Spur führt über einen gewaltigen Absatz. Charles A. Wells spricht von der “Giant Ledge”.

Die Ledge ist gut 2 Meter hoch
In den gut 20 Jahre alten Beschreibungen von F.A. Barnes klang das alles nicht so heftig. Eine moderate Route mit einigen schwierigeren Streckenabschnitten sollte es sein.
Bei Charles A. Wells hört es sich schon ganz anders an: “Difficult. Many difficult ledges, especially at the top. For modified vehicles with very high ground clearance, lockers, large tires and good articulation.”
Später werden wir feststellen, dass die bei Barnes verzeichnete Route auch nicht mit der tatsächlichen Streckenführung übereinstimmt. Gibt es etwa eine Alternative? Wir wissen es nicht.
Klar ist aber - hier kapitulieren wir. Keine Kamikazeaktionen. Wir kehren um.

Nachhilfe nötig!
Der Rückweg hält noch eine kleine Tücke für uns bereit. Eine Stufe stellt sich hangauf auf schwieriger heraus als in der Gegenrichtung. Erst mal sitzen wir fest! Wagenheber raus, Rad anheben und unterbauen. Aber es reicht noch nicht aus. Da kommt uns plötzlich eine Gruppe Leute zur Hilfe, die mit ATV´s und Motorrädern unterwegs sind. Die Männer fackeln nicht lange, heben dem H3 vorn etwas aus den Federn und schon passts! Danke! Ohne das herzhafte Zupacken hätten wir wohl noch eine gute Viertelstunde herumgedoktort.
Die hilfreichen people waren im Übrigen fast die einzigen Menschen, die wir in 4 Wochen draussen auf den Trails trafen.

Zum Abschluss einmal mehr ein weiter Blick über die Moab Fins hinüber zu den LaSal Mountains
Zwar haben wir unser Ziel nicht erreicht, aber eine interessante Strecke kennen gelernt. Auch ein H3 hat seine Grenzen.
© Rolf R. Safferthal 2009