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Valley of the Gnomes?
Wir hatten davon gelesen, aber die Angaben waren recht diffus, sogar verwirrend. Da sollte es nahe der Sand Flats Road ein Valley mit steinernen Gebilden - “Gnomes” - geben. Im Zusammenhang wird Elvis Hammer, das grosse steinerne Monument erwähnt, aber auch das südlich davon gelegene Tal des Burkholder Draw. Die Bezeichnung stammt angeblich von F.A. Barnes (R.I.P.), dem grossen Naturchronisten der Landschaften um Moab.
Kartenstudium!
Elvis Hammer ist schnell identifiziert, der Burkholder Draw sowieso. Auf der Mesa südlich und östlich des Hammers müssen sich nach den topographischen Karten eine Anzahl säulenartiger Gebilde befinden, nur kann man hier kaum von einem Valley sprechen, eher von einer Ridge. Diese Ecke scheidet somit aus. Also doch Burkholder Draw?
Vier theoretisch mögliche Routen von der Road hinunter in den Draw zeigt die Karte. Allen gemeinsam ist der Höhenunterschied von über 300 Metern bis zu knapp 400 Metern. Die Weglänge beträgt zwischen etwas mehr als 1,5 Meilen und runden 2 Meilen. Die längeren Routen sind die mit dem grösseren Höhenunterschied, so dass wir uns für die kürzeste Strecke entscheiden. Ob es unüberwindliche Jumps gibt?

Moab, Main Street Anfang August. Es ist heiss, die Anzahl der Gäste hält sich in Grenzen.
Das Mauthäuschen an der Sand Flats Road ist nicht besetzt, die Campingplätze spärlich belegt. Die Road, die wir schon zu Zeiten erlebten, als man praktisch noch ein Auto mit grosser Bodenfreiheit benötigte, ist heutzutage mit jedem Pkw befahrbar. Vorbei geht es an der Abzweigung zum Porcupine Rim, dort, wo es die fast immer fliessende Quelle gibt, was Mountainbikern zugute kommt. Hoch über dem Rill Creek windet sich die Road im Hang auf das nächsthöhere Niveau. Wir sind nun ca. 11 Meilen von der 400 N in der Town entfernt und der Blick wird frei auf das Amphitheater, in dessen Hang Elvis Hammer steht. (mehr Photos)
Wir fahren noch eine Meile weiter, um bei ca. 12S 0642212, 4271343 rechts eine passende Stelle zu finden, wo wir das Fahrzeug abstellen. Offenbar ein alter, nun gesperrter Fahrweg, der noch geschätzte 300 Meter erkennbar bleibt bevor er in einen schwachen Fusstrail übergeht.

Vorbereitung: Die mögliche Route als Orientierungshilfe in den GPS-Empfänger laden.

Links am markanten Turm gehts vorbei - mehr oder weniger querfeldein.
Der Weg führt uns durch einen niedrigen Wald aus Juniper (Wacholder) und Pines (Pinien) zur Basis des Felsturms. Links davon hat ein Wash ein nicht allzu tiefes Tal geschaffen, aus dessen gegenüber liegendem Hang lachsrote Felsgebilde wachsen.



Ist das das Valley of the Gnomes?
Wir passieren die Basis des Felsturms, der an seinem südlichen Ende noch einen kleinen Zwilling hat, entdecken dabei diesen Mini-Arch, kaum 30 cm gross.

Mini-Arch

Hellrote Steinfragmente nahe des Washes - aber Gnomes?
Jedenfalls ist das Eck hinter dem Felsturm recht ansehnlich. Lachsrote Felswände zur Rechten und das tiefer werdende Tal vor uns! Und ein erster Gnom! Heureka? Mal sehen!

Hinter dem Felsturm

Diese Figuren müsste man mal bei Mondlicht sehen

Voila - ein Gnome!
Bleibt die Frage, wie es weiter geht? Vor uns befindet sich eine Klippe, nicht sehr hoch, aber eben trotzdem nicht an jeder beliebigen Stelle überwindbar. Als wir unten sind stehen wir im dichten Wald. Das Fortkommen ist mühsam und wir entschliessen uns, einem kleinen, trockenen Wasserlauf zu folgen. Das macht es zumindestens etwas leichter im Unterholz voranzukommen.
Nach einiger Zeit erreichen wir den Hauptwash des Valleys. Nun geht es leichter und schneller voran. Ab und an rasten wir im lichten Schatten einer Pine, denn auch dieser Tag verwöhnt uns wieder mit strahlend klarem Himmel und Temperaturen weit über 35°C.

Mehr Gnomes

Wir folgen dem Wash bergab. Gelegentlich ist es recht sandig, dann müssen wir Barrikaden aus angeschwemmten Stämmen und Zweigen ausweichen. Es gelint uns an die Basis des grossen Gnomes vorzudringen. Ist das der Herrscher der Gnomes, der in einem Text erwähnt sein soll?

Herrscher der Gnomes?

“Steinerne Volk“ sitzt auch am Rand des höher gelegenen Gebiets

Mehr davon...
Seltsame Gestalten wohin man blickt! Sie lauern im Grünen, blicken von oben auf den Wanderer herab. Trotzdem wissen wir immer noch nicht, ob wir hier im Valley of the Gnomes sind - auch wenn einiges dafür spricht.

Gnome Hunter - fully equipped!

I ain`t afraid of no gnome!
Weiter bergab. Das Gefälle ist eher moderat, - gut wenn wir hier wider zurück müssen. Vor uns tieft sich das Tal allerdings merklich ein. Klar, vom Startpunkt bis hinunter in den Burkholder Draw sind es runde 300 Höhenmeter und wir haben bisher erst ca. 100 davon hinter uns gebracht.
Dann stehen wir plötzlich vor einem Jump!

Jump!

Der Blick geht bis nach Moab im Spanish Valley
Man könnte den Jump mit ein bisschen Kletterei an den Rändern umgehen, jedoch ist die Hitze extrem. Inzwischen haben wir nahezu 40°C. Jetzt nochmal 200 Höhenmeter auf einem steilen Pfad zu absolvieren ist nicht das, was wir wollen. Hinzu kommt, dass es unten im Burkholder Draw keinerlei Anzeichen für Gnomes oder andere interessante Steinformationen gibt. Wir kehren um, geniessen das Valley bei unserem langsamen Aufstieg zurück zum Auto.

Gargoyles?

Zurück zum geparkten Auto
Dieses Mal wollen wir uns nicht noch einmal durchs Unterholz quälen, suchen unseren Weg bergauf immer im Wash. Dadurch ändert sich unsere Route, es gibt Neues zu sehen.
Besonders hat es uns die Felswand im Westen mit ihren vielen Türmen und Erkern angetan. Der Felsturm, an dem wir uns ganz zu Anfang orientierten, erscheint wieder vor uns, hilft bei der Navigation.

Offenbar hat die Deckschicht eine grössere Härte

Der Turm, der uns auch am Beginn leitete. Wir bleiben im Wash, kommen so besser voran.

Kein Holz - Sandstein!

Gnome - Family

Mormon Tea

Versteinertes Ungeheuer?
Nicht allzu weit von der Stelle entfernt, an der unser Auto steht, biegt der Wash nach Osten ab. Das GPS zeigt uns die Route unseres Hinwegs und die liegt zur Linken nicht allzu weit entfernt. Also versuchen wir, diesen Trail zu erreichen. Nach vielleicht 250 Meter sind wir angekommen, haben nur noch wenige 100 Meter zum Fahrzeug. Auf ein kaltes Getränk freuen wir uns!
Bleibt die Frage: Waren wir im Valley of the Gnomes?
© Rolf R. Safferthal 2009